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Tipps für Einwegmieten bei Fernreisen Wer per Mietauto zwei oder drei Wochen lang durch die USA, Südafrika oder Australien fahren möchte, muss die Tour ausführlicher und rechtzeitiger planen, als es bei einer Automiete für nur zwei oder drei Tage auf Mallorca der Fall ist. Gerade bei den so genannten Einwegmieten kann eine gute Vorbereitung helfen, viel Geld zu sparen. Das Interesse an Mietwagen in den Fernreisezielen sei gerade bei den Nordamerika- und Australien-Touristen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, sagt Antje Günther, Sprecherin des Veranstalters Dertour in Frankfurt. Ursache dafür sei die hohe Zahl der «Repeater» - der Reisenden, die ein Ziel mehr als ein Mal besuchen - in diesen Ländern: «Die Gäste haben inzwischen mehr Reiseerfahrung als früher. Sie kennen das Land vielleicht schon von Bus-Rundreisen und wollen es nun auf eigene Faust kennen lernen», so Günther. Oft kommt es vor, dass sich Fernreisende für verschiedene Ein- und Ausreiseflughäfen entscheiden. In Ländern wie den USA, Kanada, Südafrika oder Australien könnten Mietwagentouren sonst rasch zur reinen «Kilometerfresserei» werden. Für die Lösung mit verschiedenen Flughäfen für die Ein- und Ausreise spricht auch, dass inzwischen die Fluggesellschaften bei Gabelflügen keine Aufschläge mehr fordern, so Frank Michael Scheele, Vorsitzender des Ausschusses Linienluftverkehr im Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Berlin. Bei Asien- und Australien-Flügen etwa gebe es «heute kaum noch Flugscheine, die hin und zurück auf die gleiche Strecke ausgestellt sind», sagt Scheele. Auch in Nordamerika bieten sich einige Strecken für solche kombinierten Reisen mit Gabelflug und Auto-Einwegmiete geradezu an - neben der USA-Durchquerung von New York nach San Francisco zählt dazu nicht zuletzt die Route 66 von Chicago nach Los Angeles. Wer entsprechende Reisepläne hat, wird von den Autovermietern aber oft kräftig zur Kasse gebeten: Einwegmieten-Zuschläge werden fällig - in den USA zum Beispiel deshalb, weil die Wagen nur in denjenigen Staaten wieder vermietet werden dürfen, in denen sie zugelassen sind. Und das bedeutet dann schon mal, ein in Hollywood gestrandetes Auto quer durch die USA zurück nach Osten fahren zu lassen, erklärt Thomas Fecke, Vertriebsmanager bei Avis Deutschland in Oberursel (Hessen). Avis erhebt in Nordamerika Zuschläge für Einwegmieten, die bei 50 US-Dollar (57,54 Euro) für Strecken bis 250 Meilen beginnen und bei 500 US-Dollar (575,44 Euro) bei mehr als 1500 Meilen enden. Die Firma Hertz verlangt nach Angaben ihres Büros in Frankfurt die gleiche Staffelung. Wer die mehr als 1500 Meilen lange Route 66 fahren will, muss also etwas länger sparen, um sich seinen Traum zu verwirklichen. Es gibt aber auch Ausnahmen von der Regel: Keine Zuschläge werden bei Avis, Hertz und auch bei National Car Rental etwa dann fällig, wenn der Mietwagen innerhalb der Staaten Kalifornien oder Florida an verschiedenen Mietstationen abgeholt und abgegeben wird. Für manche Autotypen gilt diese Regelung bei Hertz sogar USA-weit: Die Zuschläge entfallen, wenn der Wagen bei der Abgabe wieder oder noch im gleichen Bundesstaat ist - eine Ausnahme von der Ausnahme ist dabei Hawaii. Auch Reisende an der US-Ostküste können sich den Zuschlag sparen, wenn sie mit ihrem Avis- oder Hertz-Auto nur zwischen Washington, Philadelphia, New York, Newark, Boston und Hartford unterwegs sind. Bei Hertz gilt diese Regelung allein bei Anmietung und Abgaben an den Flughafen-Mietstationen, wo sich damit gegenüber den Stadt-Stationen Geld sparen lasse, so Hertz-Sprecher Dieter Jacobs. Dass Urlauber in New York erheblich günstiger fahren, wenn sie auf der anderen Seite des Hudson River in New Jersey ein Auto anmieten, ist ein alter Tipp, der Antje Günther zufolge aber seine Gültigkeit nicht verloren hat. Warum die Autovermieter zum Teil auf die Zuschläge verzichten, ist klar: Es ist der Versuch, die Verkehrsströme ihrer Autos zu lenken. So verlangt Avis zum Beispiel in Kanada extra Geld von Urlaubern, die von Calgary nach Vancouver fahren - von Vancouver nach Calgary aber entfällt der Zuschlag, weil dies die von den Kunden weniger gewählte Richtung ist. In Neuseeland kommen Reisende günstiger weg, die gegen den Urlauberstrom von Süden nach Norden unterwegs sind, sagt Fecke. Solche Einzelheiten sollten bei der Planung einer Fernreise früh bedacht werden, rät der Avis-Manager: «Wer die Details kennt, kann seine Route entsprechend auswählen. Und im Reisebüro sollte gezielt nach solchen Regelungen gefragt werden» - auch auf das Risiko hin, dass sich die Mitarbeiter erst selbst schlau machen müssen, so Fecke: «Wir sind ein Nebenprodukt, und für die Reisebüro-Mitarbeiter ist es schon schwer genug, bei den Hauptprodukten den Überblick zu haben.» DRV-Experte Scheele spricht aber auch von einem «zum Teil gewollten Chaos» bei der Tarifgestaltung der Autovermieter, das es verhindern könne, die im Einzelfall günstigste Streckenführung zu finden. In einem Punkt sind die Experten einer Meinung: Fernreisende bekommen meist günstigere Konditionen, wenn sie den Mietwagen bereits in Deutschland buchen. «Die Reiseveranstalter erhalten Mengenrabatt und geben ihn an die Kunden weiter», so Scheele. Zudem fallen solche Buchungen unter das deutsche Reiserecht, so dass Touristen bei Ärger vor Gericht ziehen oder sich an den Veranstalter wenden können, «der beim Autovermieter eine ganz andere Durchsetzungskraft hat, als wenn sich ein Einzelner mit einem Mietwagenverleiher in Miami anlegt.» Auch der ADAC rät generell dazu, Mietwagenbuchungen bereits zu Hause vorzunehmen. «Dann kann man sich auch in Ruhe den gewünschten Wagentypen aussuchen und hat Kostensicherheit», sagt ADAC-Sprecher Peter Hemschik in München. Die Buchung über einen Reiseveranstalter oder direkt bei einer Filiale der großen Autovermieter hat aus Sicht des Automobilclubs zudem den Vorteil, «dass die Wagen in der Regel weniger Kilometer gefahren haben und besser gewartet sind als bei vielen Kleinbetrieben». Außerdem komme es dann häufiger dazu, dass ein kostenloses Upgrade für eine größere Wagenklasse erteilt wird. «Gerade in den USA ist das sehr oft der Fall», weiß Hemschik Quelle dpa
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